Schweinegrippe:
(Stand: 3. August 2009) Seit dem 11. Juni 2009 gilt die Schweinegrippe (Neue Grippe) offiziell als Pandemie. Rund um den Erdball treten immer wieder neue Erkrankungen auf und man geht davon aus, dass sich die Schweinegrippe weiter ausbreiten wird. Auch in Deutschland infizieren sich immer mehr Menschen: Aktuell sind 7.369 Fälle bekannt, davon allein 3.084 in Nordrhein-Westfalen. Viele der Erkrankten haben sich im Urlaub angesteckt und sind dann nach Deutschland zurückgekehrt. Aber auch innerhalb des Landesgrenzen kommt es vemehrt zu Infektionen. Doch was ist eigentlich Schweinegrippe? Wie kritisch ist die Situation in Deutschland, und was kann man tun, um sich zu schützen? Was sollten Schwangere beachten? Im folgenden sind die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt. 1. Was ist die Schweinegrippe? Die so genannte Schweinegrippe oder auch Schweine-Influenza ist eine Viruserkrankung, die meist durch Influenza-Erreger vom Subtyp A H1N1 ausgelöst wird und in der Regel bei Schweinen auftritt. Es ist also eine Tierseuche. Ausbrüche unter Schweinen kommen immer wieder vor: Wie auch bei der beim Menschen auftretenden Influenza werden die meisten Fälle von Schweinegrippe im Herbst und Winter festgestellt. Das Virus verändert sich ständig. Schweine können nicht nur von Schweine-Influenza-, sondern auch von menschlichen und aviären (Vogel) Influenza-Viren befallen werden. Ist ein Schwein von mehreren Erregern gleichzeitig befallen, können durch einen Genaustausch neue Subtypen von Schweinegrippe-Viren entstehen. Die aktuellen Fälle der Schweine-Influenza sind auf eine neue Modifikation (Änderung) von Schweinegrippe-Viren des Subtyps H1N1 zurückzuführen. 2. Wie kann man sich mit dem Virus infizieren? Ein ähnlicher H1N1-Virustyp wie die Schweinegrippe war schon vor Jahren bei Schweinen festgestellt worden. Das neue H1N1-Virus ist eine neue Variante des alten Virustyps und kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Man bezeichnet diese Form auch als "Neue Grippe". Auch in früheren Jahren hat es immer wieder Fälle gegeben, in welchen das Virus von Mensch zu Mensch übertragen wurde. Die Schweinegrippe verbreitet sich unter Menschen genau so, wie auch die humane Influenza: Das Virus wird hauptsächlich durch Tröpfchen-Infektion übertragen, also beispielsweise durch Husten oder Niesen. Gelangen die Viren dabei an die Hände, können sie auch als Schmierinfektion weiter übertragen werden. 3. Was sind die Symptome der Schweinegrippe? Die Symptome der Schweinegrippe ähneln denen einer Influenza: Zu den Beschwerden zählen plötzliches Fieber, Husten, Appetitlosigkeit und Müdigkeit. Darüber hinaus können Symptome wie Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Halsschmerzen und Schnupfen auftreten. Die Schweinegrippe kann sowohl einen milden als auch einen ernsten Verlauf nehmen. Insbesondere bei Schwangeren und chronisch kranken Menschen kann es zu Komplikationen kommen. In einigen wenigen Fällen sind nach Angaben der WHO auch Personen unter 50 Jahren schwer erkrankt, welche keiner Risikogruppe angehört hatten. 4. Kann man sich durch den Verzehr von Schweinefleisch anstecken? Es gibt nach Angaben der US-amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC keine Hinweise darauf, dass der Erreger durch den Verzehr oder auch durch die Zubereitung von Schweinefleisch übertragen werden kann. Die Behörde gibt zudem bekannt, dass der Erreger ab einer Temperatur von 72 Grad Celsius abgetötet wird. 5. Was kann man tun, wenn man befürchtet, erkrankt zu sein? Personen, die grippeähnliche Symptome an sich feststellen, sollten sofort einen Arzt benachrichtigen. Dies insbesondere für Menschen, die sich in den letzten etwa 14 Tagen in einem Gebiet mit vielen Erkrankungen aufgehalten haben oder Kontakt mit möglicherweise infizierten Menschen hatten. Es empfiehlt sich, den Arzt vorab bereits telefonisch zu informieren, um zu vermeiden, dass andere Personen angesteckt werden könnten. Darüber hinaus sollte bei Verdacht auf Schweinegrippe der Kontakt zu anderen Menschen möglichst vermieden werden, zudem sollten Mund beziehungsweise Nase beim Husten und Niesen verdeckt werden. 6. Gibt es einen Impfstoff gegen die Schweinegrippe? Voraussichtlich im Herbst 2009 werden die ersten Impfstoff-Dosen erwartet. Zunächst sollen die Bevölkerungsgruppen geimpft werden, welche besonders gefährdet sind. Hierzu zählen zum Beispiel medizinisches Personal, aber auch Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie Schwangere. Um die öffentliche Sicherheit zu wahren, werden auch Feuerwehrleute, Polizisten und Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalten den Impfstoff erhalten. Um vollständig immun zu bleiben, muss in einem Zeitraum von mindestens zwei Wochen zweimal geimpft werden. Etwa 10 Tage nach der zweiten Impfung ist der Schutz gewährleistet. In Deutschland gibt es zwei Hersteller, die verpflichtet sind, bei Bedarf ausreichend Impfstoff für jeden Bundesbürger zur Verfügung zu stellen. 7. Wie kann man die Schweinegrippe behandeln? Die Wirkstoffe Oseltamivir und Zanamivir scheinen bei der aktuell auftretenden Schweine-Influenza wirksam zu sein. Diese so genannten Neuraminidasehemmer werden normalerweise zur Vorbeugung und Therapie der humanen Influenza eingesetzt. Berichten zufolge sind Einzelfälle aufgetreten, in denen eine Resistenz gegen Oseltamivir beobachtet wurde. Jedoch nahmen all diese Erkrankungen einen milden Verlauf. 8. Wie kann man sich schützen? Die Schutzmaßnahmen sind dieselben wie bei einer herkömmlichen Influenza: Der enge Kontakt zu erkrankten Personen sollte möglichst vermieden werden. Strengere Hygienemaßnahmen sind insbesondere bei Kontakt zu Reiserückkehrern aus von der Schweinegrippe betroffenen Regionen zu beachten. Regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife schützt vor Erregern und verhindert zugleich, dass sich ein Virus weiterverbreiten kann. Wer die Hände vom Gesicht fernhält, verhindert, dass die Erreger auf die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund übergehen können. Bereits erkrankte Personen sollten Nase und Mund mit einem Taschentuch abdecken, wenn sie niesen und das Taschentuch umgehend entsorgen. 9. Was müssen Schwangere beachten? Die Weltgesundheitsorganisation WHO weist darauf hin, dass bei infizierten Schwangeren eher Komplikationen auftreten als bei Nicht-Schwangeren. Daher werden werdende Mütter voraussichtlich auch zu einer der Gruppen gehören, welche als erste eine Impfung bekommen. Bereits infizierte Personen sollten darauf achten, den Kontakt zu Schwangeren einzuschränken oder zu meiden. Bei ersten grippeähnlichen Symptomen sollten Schwangere besonders aufmerksam sein und den Arzt aufsuchen. 10. Bitte keine Panik Bitte lassen Sie sich durch die derzeitigen Veröffentlichungen in den Medien nicht verunsichern! Menschen mit einem gesunden Immunsystem überstehen eine Infektion mit dem Schweinegrippenvirus höchstwahrscheinlich ohne Folgen. Für Patienten mit chronischen Krankheiten oder einem geschwächten Immunsystem steht bald ein Impfstoff zur Verfügung. |